Ein Ausflug nach Athen

Athen und Akropolis

Wie wäre es, wenn Sie eine Reise nach Athen unternehmen würden? Nico und ich stellten uns oft im Geiste die Akropolis, das Parthenon, die Marmorskulpturen aus vergangenen Zeiten und vieles anderes vor, alles Dinge, die uns wie eine Seite aus einem Geschichtsbuch vorkommen. Athen hat uns allerdings in so vielerlei Hinsicht überrascht. Es ist eine bezaubernde und lebensfrohe Stadt, der man sofort ihre griechische Kultur und ihr Feeling anmerkt: eine Symbiose aus antiker Zivilisation und moderner europäischer Stadt.

Unvorbereitet auf den griechischen Winter

Als wir in Athen am 26. Januar ankamen, waren wir sehr über das Wetter überrascht. Irgendwie waren wir der Meinung, dass wir wegen der Wärme des Mediterranen Klimas dünnere Jacken tragen könnten. In der Tat schien jeden Tag die Sonne, aber die Temperaturen fielen sogar unter -1 C. Es stellte sich heraus, dass 2017 einer der kältesten Winter seit zehn Jahren gewesen war. Bis zu diesem Jahr hatten die Einheimischen seit vielen Jahren keinen Schnee mehr gesehen. Glücklicherweise war es am Tage kühl, aber sonnig. Nur die Nächte waren ein Problem, da es dann sehr kalt wurde. Für den Besuch einer griechischen Taverne (ein typisches griechisches Restaurant) war das aber ein Vorteil, somit beklagten wir uns nicht zu viel darüber.

Sonnenuntergang über Parthenon in Athen

Sonnenuntergang über Parthenon in Athen

Die Farben von Athen

Das erste, was uns an Athen auffiel, waren die Farben! Auf den ersten Blick schien alles weiß zu sein, manchmal ein wenig Grün unter einem blauen Himmel. Wenn man aber genauer hinsah, erkannte man, dass die Dächer ihre eigenen Farben – rot oder grau – besaßen, aber manche Gebäude waren auch eher beige. Optisch überwog aber das Weiß, die Farbe, die wir in der Regel mit der griechischen Architektur verbinden. Es gibt nur wenige Städte, die über ein unverwechselbares Farben-Portfolio verfügen – wie z. B. die roten Dächer von Prag. Solche Aussichten begeisterten Nico mehr, als die Aufgabe, Fotos in Athen zu schießen.

Das Plaka-Viertel: Ideal für Geschichtsinteressierte und Feinschmecker

Wir wohnten in Athen im Plaka-Viertel, ein Viertel, welches nicht nur für seine antiken Ruinen, sondern für seine vielen hervorragenden Restaurants bekannt ist. Das war das erste, was uns unser Taxifahrer als Empfehlung gab. Allerdings sollte man immer zuerst einmal das Fenster öffnen und sich die Gegend anschauen (Sie sollten aber nicht zu lange aus dem Fenster starren, weil ansonsten die Leute anfangen, über sie zu lachen) Wenn Sie der Gegend Ihre Aufmerksamkeit für eine Minute schenken, werden Sie von dem tollen Blick über die Akropolis begeistert sein, welche majestätisch über die Stadt thront. Egal, wohin Sie hinschauen: Sie sehen eine jahrhundertealte Steinstadt.

Als wir uns das Plaka-Viertel anschauten, fanden wir schnell heraus, dass die Akropolis nicht nur das einzige Relikt aus vergangenen Tagen ist. Während wir einfach drauflos spazierten, entdecken wir den Hadriansbogen, den Tempel des Zeus, den Turm der Winde, das römische Agora, die Stoa von Attalos, die Kapnikaera-Kirche, den Monastiraki-Platz und vieles mehr. Das Plaka-Viertel schien uns fast ein Labyrinth zu sein. Es wurde bereits in der Antike im nördlichen Bereich der Akropolis neben der Agora angelegt. Heutzutage stellt das Viertel eine Mischung von Gebäuden aus verschiedenen Jahrhunderten dar, wobei der neoklassizistische Stil überwiegt.

 Metrozug in Athen fährt durch Agora

Metrozug in Athen

Schon am ersten Tag merkten wir, dass wir uns nicht nur im Stadtzentrum, sondern auch im Herzen von Athen befanden. Eine Metro konnte an den antiken Ruinen von Agora vorbeifahren, die gleiche Metro-Station konnte ein historisches Denkmal sein, obgleich die Menschen sie ganz alltäglich fanden und sie nur als Mittel zum Zweck ihres Weges von A nach B nutzten.

Das Plaka-Viertel stellte eine hervorragende Wahl dar, um die griechische Küche zu erkunden. Überall befanden sich gemütliche kleine Restaurants. Und natürlich war überall griechische traditionelle Musik zu hören, egal, ob wo man sich in der Stadt befand. Eigentlich haben wir bei unserem Abenteuer in Griechenland ständig unseren Herzensdingen gefrönt. Und nach ein paar Meze (typische kleine griechische Gerichte) waren wir hoffnungslos in die griechische Küche vernarrt. Am Ende unserer Reise nahmen wir sogar an einem Kochkurs für traditionelle Gerichte aus der Region teil, sodass wir diese Aromen und Gerichte mit nach Berlin zurücknehmen konnten (ich kann ganz besonders den Kochkurs mit Filou in der Diavlos Taverne empfehlen). Während Daria sich an den vegetarischen Gerichten wie Meze oder Zucchini-Bällchen erfreute, mochte Nico am Liebsten die Fleischgerichte und Souvlaki (ein Streetfood, den man unbedingt, am besten mit Pitabrot, probieren muss).

Für uns beide war es eine Reise für all unsere Sinne. Wir haben nicht nur Sonne getankt, sondern die Sehenswürdigkeiten, aber auch die wahre Küche von Griechenland kennengelernt, die ganz anders ist als die griechischen Restaurants in Deutschland.

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